Überlege dir, inwiefern dein ADHS und seine Symptome jeden deiner Lebensbereiche beeinflusst haben – von der Arbeit über die Bildung bis hin zu Freundschaften, romantischen Beziehungen und deinem Sexleben. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse könnten Tränen, Scham, aber auch ein Verständnis dazu mit sich bringen, wie du in manchen Lebensbereichen bisher vielleicht überfunktioniert hast. Die Tatsache, dass du überhaupt erst zu Medikamenten gegriffen hast, lässt mich vermuten, dass dich dein ADHS enorm beeinträchtigt hat. Zusätzlich zu seinen negativen Auswirkungen solltest du aber auch die Stärken anerkennen, die dein Gehirn daraus gewonnen hat. Vielleicht warst du beim Sex extrem fokussiert und hast dich dadurch nie so leicht dabei ablenken lassen; oder womöglich waren es, im Gegenteil, gerade die ganzen Ablenkungen, die den Sex für dich so stimulierend machten. Vielleicht bist du ein Mensch, der in intimen Momenten schnell tiefe Gefühle empfindet, die dich anmachten und dir jetzt leider fehlen. Erkunde deine Gefühle – zum Beispiel in Form von Tagebuchschreiben, Gesprächen mit deiner Partnerin und/oder deiner Therapeutin, um herauszufinden, welche tiefliegenden Probleme hier eine Rolle spielen könnten.
