Früher habe ich die sozialen Medien geliebt. Sie waren ein digitaler Raum, in dem ich lernen, Kunst erschaffen, andere bilden und mir eine Community zu geteilten Interessen aufbauen konnte. Ich war eine ziemlich beliebte Content Creator und produzierte, drehte und spielte in Videos mit, die sich kritisch mit den Medien, der Kultur und Gesellschaft auseinandersetzten, alles aus dem Blickwinkel einer feministischen Latina. Heute hasse ich Social Media aber. Ich hasse es, wie der Kapitalismus etwas, das früher so kreativ, unterhaltsam, lehrreich und gemeinsam war, auf endlose Werbeclips, Product Placements und Influencer:innenmarketing reduziert hat. Alles – vom Brunch mit Freund:innen bis zur Hausrenovierung – fühlt sich heute so inszeniert an. Und das ist einfach anstrengend. Ich sehne mich nach der Zeit zurück, in der Social Media noch eine völlig neue virtuelle Welt war, in der man Menschen kennenlernen und Content kreieren konnte, ohne unter dem Druck zu stehen, damit möglichst viele Likes, Shares und Follows zu sammeln. In diese Zeit würde ich so gern zurückkehren, um wieder die Freude verspüren zu können, die mir diese Plattformen mal bereitet haben.
